• 05.05.2021
  • Space
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Der neue Arktis-Wettersatellit der ESA fliegt mit einem Energiesystem von RUAG Space

RUAG Space hat den Auftrag erhalten, das Energiesystem für den Prototyp des Radiometer-Instruments des Arctic Weather Satellite (AWS) zu liefern. Das Ziel der Mission: präzise, kurzfristige Wettervorhersagen auch in der Arktis zu ermöglichen. Der Auftrag beinhaltet eine Option für 16 weitere Flugmodelle für die geplante AWS-Konstellation....

Der Prototyp für die Mission "Arctic Weather Satellite" (AWS), die derzeit von der ESA mit OHB Schweden als Mission Prime entwickelt wird, ist der Vorläufer einer möglichen Satellitenkonstellation, die einen nahezu konstanten Strom von Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten von jedem Punkt der Erde aus liefern würde. Damit wären erstmals sehr kurzfristige Wettervorhersagen – das so genannte "Nowcasting" – in der Arktis möglich und könnten Stürme oder extreme Wetterbedingungen besser vorhersagen. OHB Schweden leitet das Industriekonsortium für die AWS-Mission. Omnisys Instruments in Schweden ist der Hauptauftragnehmer für das Instrument, von dem RUAG Space in Tampere nun den Auftrag erhalten hat, das Stromversorgungssystem für das Radiometer-Instrument des Prototyps zu liefern, einschliesslich Konstruktion, Fertigung, Tests und Lieferung.

Verbesserung der Wettervorhersage in der Arktis

Heute liefern Satelliten, sowohl in der geostationären als auch in der polaren Umlaufbahn, eine Fülle von Informationen, die Meteorologen routinemässig zur Wettervorhersage nutzen. Die Überwachung der Arktis bleibt jedoch unzureichend. Bislang sind nur lückenhafte Wetterdaten für die Polarregionen verfügbar. Einer der Gründe dafür ist, dass geostationäre Wettersatelliten in hohen Breiten nur eine begrenzte Abdeckung haben. Zwar werden auch von Wettersatelliten auf polaren Umlaufbahnen Messungen durchgeführt, da diese aber alle Breitengrade überfliegen, ergeben sich relativ grosse Zeitabstände zwischen den einzelnen Datenpunkten. Atmosphärische Parameter sind jedoch ständigen Veränderungen unterworfen, weshalb für präzise Wettervorhersagen Daten mit hoher zeitlicher Auflösung benötigt werden. Die polarumlaufende AWS-Mission ergänzt die Daten bestehender Satellitensysteme wie MetOp oder dessen US-amerikanisches Pendant, das Joint Polar Satellite System (JPSS). Sie liefert globale Messungen der atmosphärischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit häufigen Wiederholungsmessungen, die zur Verbesserung der Wettervorhersagen, insbesondere in der Arktis, beitragen werden. Zu diesem Zweck wird der AWS-Satellit ein 19-kanaliges, spurübergreifendes Mikrowellenradiometer tragen, das die notwendigen hochauflösenden Feuchtigkeits- und Temperaturmessungen der Atmosphäre unter allen Wetterbedingungen liefert.

"New Space"-Ansatz mit agilen, kostengünstigen Produktionsmethoden

Mit der Mission setzt die ESA auf den New Space-Ansatz. Anders Linder, Leiter der Produktgruppe Elektronik bei RUAG Space, kommentiert: "Was AWS als ESA-Projekt auszeichnet, ist, dass es den New Space Arbeitsansatz verfolgt. Das bedeutet, dass kostengünstige Komponenten in Automobilmanier verwendet und agile Entwicklungsmethoden angewandt werden. Unser Team ist fest entschlossen, zu zeigen, was durch die Anwendung eines hochmodernen Ansatzes hier erreicht werden kann. Wir freuen uns darauf, die Herausforderung mit unserem Kunden Omnisys Instrument Sweden anzupacken und mit dem gesamten AWS-Konsortium für eine erfolgreiche Mission zusammenzuarbeiten."

Das Power System von RUAG Space soll im vierten Quartal 2022 ausgeliefert werden. Der Start des etwa 120 Kilogramm schweren Prototypsatelliten ist für 2024 geplant. Auf den jetzt bestellten Prototyp soll eine Konstellation von 16 AWS-Satelliten folgen. Vorbehaltlich einer Folgeentscheidung nach dem Prototyp würde die Konstellation mit EUMETSAT, der europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, nach dem bei Meteosat und MetOp bewährten Kooperationsmodell umgesetzt werden.

Die Mission des Arctic Weather Satellite (AWS) der ESA zielt darauf ab, die Wettervorhersagen in der Arktis zu verbessern, indem er globale Messungen der atmosphärischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit häufigen Wiederholungsmessungen liefert. (Bildnachweis: ESA)

Mehr Informationen

Ausführliche Informationen zur Arctic Weather Satellite Mission finden Sie hier.

Medienkontakt RUAG Space

Philipp Bircher, Director Communications Space, +41 79 790 11 81, philipp.bircher@ruag.com