• 29.04.2021
  • Space
  • Media release

Neue Studie für genauere Satellitennavigation

Satelliten liefern tagtäglich entscheidende Daten über Klima- und Umweltveränderungen. Die europäische Global Navigation Satellite System Agency GSA hat nun RUAG Space mit einer Studie beauftragt, um die Genauigkeit der Echtzeit-Satellitennavigation zu erhöhen....

Für die Klima- und Umweltforschung liefern Satelliten jeden Tag essentielle Daten, etwa wie hoch der Meeresspiegel steigt oder welche Auswirkungen die globale Erwärmung auf den Gletscherschwund in den Alpen hat.

Forschungsauftrag im Wert von einer Million Euro

Eine neue Studie zielt darauf ab, die Genauigkeit dieser Weltraumdaten von Klima- und Umweltsatelliten weiter zu erhöhen. Um dies zu ermöglichen, hat die in Prag ansässige European Global Navigation Satellite System Agency (GSA) Anfang des Jahres einen Forschungsauftrag in Höhe von einer Million Euro an RUAG Space vergeben. Der führende Luft- und Raumfahrtzulieferer Europas mit Hauptsitz in Zürich ist auch eines der grössten Raumfahrtunternehmen Österreichs mit Sitz in Wien.

Um präzise Erdbeobachtungsdaten aus dem Weltraum zu liefern, muss die Position des Satelliten im All möglichst genau bekannt sein. Um die genaue Position von Satelliten zu bestimmen, nutzen die Navigationsempfänger von RUAG Space heute die Signale der 22 europäischen Galileo-Navigationssatelliten. «In den Galileo-Satelliten steckt derzeit noch ungenutztes Potenzial. Sie senden mehrere Signale aus. Auf einem dieser Signale wird ein neuer Dienst, der High Accuracy Service (HAS), ab 2022 eine deutlich verbesserte Positionierung ermöglichen», erklärt Martin Auer, der die Studie bei RUAG Space leitet. "Wenn dieser neue Dienst in den operationellen Einsatz geht, braucht er Geräte, die damit etwas anfangen können. Daran arbeiten wir." Bis Ende 2022 wird RUAG Space in Wien ein neues Produkt entwickeln, das den neuen Dienst Galileo HAS nutzen kann.

Quantensprung: Fünfmal genauere Positionierung dank Software-Update

Für eine präzise Positionierung sorgen aber schon heute Navigationsempfänger von RUAG Space, die Galileo-Signale verarbeiten. Dazu gehört derjenige für den Umweltsatelliten Sentinel-6, der seit November 2020 im All ist. Er misst das Ausmass der Meeresspiegelveränderung und liefert wichtige Daten über Küstengebiete, die durch den Meeresspiegelanstieg gefährdet sind. «Je genauer die Position des Satelliten bestimmt werden kann, desto präziser sind die Umweltdaten, die er sammelt und liefert. Mit den genaueren Daten kann zum Beispiel die Gefahr für Küstenstädte wie Venedig besser vorhergesagt werden», erklärte Fiammetta Diani, Leiterin der Marktentwicklung bei GSA.

RUAG Space entwickelt ein Software-Update für bereits im Weltraum befindliche Navigationsempfänger der aktuellen PODRIX-Empfängergeneration, wie sie für Sentinel-6 eingesetzt werden. Damit werden diese Empfänger in der Lage sein, die Genauigkeit der Satellitenpositionierung von derzeit etwa einem Meter auf 20 Zentimeter zu erhöhen. «Das ist eine dramatische Verbesserung – ein Quantensprung – in der genauen Satellitenpositionierung, der zu viel besseren Klima- und Umweltdaten beitragen wird», sagt Heinz Reichinger, der zuständige Produktmanager bei RUAG Space.

Navigationsempfänger von RUAG Space verarbeiten Galileo-Signale und erlauben so die Position des Satelliten genau zu bestimmen. Dies wiederum ermöglicht Satelliten wie Sentinel-6 (abgebildet) das Sammeln präziser Umweltdaten. Die Präzision der Satellitennavigation und damit die Präzision der Satellitendaten soll nun deutlich verbessert werden. (Copyright: Copyright: ESA, Airbus)

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zur Studie finden Sie auf der RUAG Space Website unter: www.ruag.com/Newspaper

 

Medienkontakt

Philipp Bircher, Director Communications RUAG Space, +41 79 790 11 81, philipp.bircher@ruag.com

Marie Ménard, Communications Officer at European GNSS Agency, +420 234 766 627, marie.menard@gsa.europa.eu