• 23.07.2015
  • Space, Air, Land, Group
  • Media release

RUAG Ammotec in Thun erhöht die Arbeitszeit

Die stark exportorientierte RUAG Ammotec am Standort Thun sieht sich infolge des starken Frankens mit einem Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Konkurrenten konfrontiert. Als zusätzliche Massnahme führt das Unternehmen ab Anfang August 2015 für die rund 300 Mitarbeitenden eine erhöhte Arbeitszeit ein, die vorerst befristet ist auf Ende 2015. ...

Die Massnahme wurde gemeinsam mit der Arbeitnehmer­-Vertretung ausgehandelt und gilt für alle Mitarbeiter­stufen – ausgenommen sind Lernende, Stillende und Schwangere.

Generell handelt es sich für die Mitarbeitenden um eine befristete Erhöhung der Arbeitszeit von 40 auf 43 Stunden pro Woche. Für Mitarbeitende mit einem Kadervertrag erhöht sich die Arbeitszeit solidarisch um 3 Stunden pro Woche auf 45 Stunden, und sie beziehen zwei Brückentage als Ferientage. Rund 300 Mitarbeitende der RUAG Ammotec produzieren am Standort Thun Klein­kalibermunition, wobei etwa 70 Prozent der Jahresproduktion in den Export geht. 

Allein mit Prozessoptimierungen, Nachverhandlungen mit Lieferanten, Kosteneinsparungen und weiteren Massnahmen konnten die Währungsnachteile bislang nicht kompensiert werden. Abgesehen von der neuen wöchentlichen Arbeitszeit, bleiben alle personalrelevanten Inhalte wie Ferienanspruch, Lohn oder Reglemente unverändert. Sollte der EBIT der Division gegenüber dem Budget 2015 überschritten werden, erhalten die zeiterfassenden Mitarbeitenden den Überschuss in Form einer Prämie von bis maximal 50 Prozent der individuell eingesetzten Mehrarbeit zurück. 

Bereits per 1. Mai 2015 hat der Technologiekonzern RUAG bei der auf das Recycling von Elektro- und Haushaltgeräten spezialisierten RUAG Environment (60 Mitarbeitende) sowie in gewissen Bereichen der Verteidigungs-Division RUAG Defence (590 Mitarbeitende) Mehrarbeit eingeführt. Weil sich das Auftragsvolumen bei der RUAG Ammotec in Thun seither erhöht hat, stellt die Mehrarbeit nun auch für diesen Konzernbereich einen wirkungsvollen Schritt dar, um die Produktivität international marktfähig zu gestalten. 

Die geplante Mehrarbeit basiert auf Art. 57 Abs. 4 des Gesamtarbeitsvertrages der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Sie gibt der Unternehmung die Möglichkeit, mit verschiedenen Massnahmen die Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen, die durch ausserordentliche Situationen, wie zum Bespiel grosse Wechselkursschwankungen, hervorgerufen werden.