• 02.09.2018
  • Space, Air, Land, Group
  • Media release

RUAG-Handgranaten möglicherweise in Syrien gefunden

Einzelne Handgranaten, die möglicherweise von RUAG hergestellt wurden, sollen in Syrien gefunden worden sein. Ähnliche Fälle sind bereits aus den Jahren 2012 und 2016 bekannt. Es könnte sich um Handgranaten aus derselben Lieferung der Jahre 2003/2004 an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) handeln, die von dort unter Verletzung der vertraglichen Zusicherungen nach Syrien gelangt sein könnten. ...

Der Fall wurde vom SECO im Jahr 2012 aufgearbeitet und der Bundesrat hat Massnahmen erlassen. Seit 2003/2004 hat RUAG keine Handgranaten mehr in den arabischen Raum geliefert.

Der Sonntagsblick publizierte am 02.09.2018 einen Bericht über Handgranaten in Syrien. Die aufgetauchten einzelnen Handgranaten könnten von RUAG hergestellt worden sein und könnten aus der Lieferung in den Jahren 2003/2004 an die VAE stammen und von dort nach Syrien gelangt sein. RUAG verurteilt es, dass Handgranaten von ihrem Kunden rechts- und pflichtwidrig weitergegeben wurden.

Eine abschliessende Beurteilung ist jedoch nur möglich, wenn die Seriennummer – oder andere eindeutig zu identifizierende Merkmale – bekannt sind. Um detaillierte Informationen zu liefern, müsste das Material physisch untersucht werden können. Im vorliegenden Fall kann basierend auf einem Foto keine abschliessende Identifizierung vorgenommen werden.

Es ist RUAG wichtig, folgende Punkte festzuhalten:

  • Waffen gehören nicht in die Hände von Terroristen. Darum liefert RUAG Kriegsmaterial nur an Armeen und Sicherheitskräfte von Staaten, die nach den Schweizer Exportvorschriften erlaubt sind. Jeder Einzelfall bedarf einer schriftlichen Bewilligung des SECO.
  • Tatsächlich hat sich ein Kunde von RUAG 2003/2004 in einem Fall nicht an die in den Endverbraucherklärungen gemachten und von ihm akzeptierten Auflagen gehalten. Der entsprechende Fall wurde vom SECO aufgearbeitet und der Bundesrat hat Massnahmen erlassen. Diese Massnahmen werden von RUAG voll unterstützt und mitgetragen. Weitere Informationen finden sich in der offiziellen Medienmitteilung des SECO vom 21.09.2012: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/seco/nsb-news/medienmitteilungen-2012.msg-id-46075.html.
  • RUAG hält sich strikt an die Exportvorschriften der Schweiz – auch an den ausländischen Standorten. RUAG steht dazu in engem Austausch mit dem SECO. Intern bestehen seit Jahren Trade Compliance Officers in allen Divisionen von RUAG sowie auf Konzernstufe. Ausserdem finden Prüfungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle statt.
  • RUAG hat seit 2003/2004 keine Handgranaten mehr in den arabischen Raum geliefert. Ähnliche Fälle hat es seit der bekannten Lieferung 2003/2004 an die VAE nicht gegeben.

Handgranaten aus der Lieferung von 2003/2004 sind 2012 in den Besitz der Rebellen der Freien Syrischen Armee gelangt (SRF Rundschau, 15.08.2012). 2016 wurde bekannt, dass bei Cendrim R., einem in der Türkei verurteilten Attentäter, Handgranaten von RUAG beschlagnahmt wurden (Sonntagsblick, 31.07.2016).

Informationen zum RUAG Konzern: Kirsten Hammerich, Media Relations Manager,
+41 79 770 81 18; kirsten.hammerich@ruag.com