• 25.08.2015
  • Space, Air, Land, Group
  • Media release

RUAG: Stabiles Ergebnis trotz Frankenstärke und kritischer Exportsituation

Der internationale Technologiekonzern RUAG konnte trotz schwierigen weltwirtschaftlichen Umständen seine Gewinnmarge halten und im ersten Halbjahr 2015 ein stabiles Ergebnis erzielen. Der Konzern verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang von 5.4% (CHF 49 Mio.), der auf Umsatzverschiebungen in die zweite Jahreshälfte zurückzuführen ist. Die RUAG geht davon aus, dass dieser Rückgang im zweiten Halbjahr 2015 wieder ausgeglichen werden kann. ...

Der starke Schweizer Franken belastete den Konzern-Nettoumsatz zusätzlich mit 5.8% (CHF 53 Mio.). Akquisitionsbedingt kam ein Umsatzplus von 0.6% (CHF 7 Mio.) hinzu. Insgesamt erzielte die RUAG im ersten Halbjahr einen Nettoumsatz von CHF 824 Mio. (CHF 921 Mio.). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 5.7% auf CHF 47 Mio. (CHF 50 Mio.) zurück. Trotz dieser Rückgänge konnte die RUAG die operative Gewinnmarge (EBIT in Prozent vom Betriebsertrag) mit 5.6% (5.6%) stabil halten. Am stärksten wuchs der Umsatzanteil der RUAG in Europa und Nordamerika. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhte der Technologie­konzern um 7.9% auf CHF 68 Mio. (CHF 63 Mio.).

Währungsbereinigt liegt die RUAG 5.4% unter der Vorjahresperiode. Die Divisionen Ammotec (Kleinkalibermunition) und Aerostructures (Flugzeugstrukturbau) konnten ihren Umsatz steigern – Ammotec insbesondere aufgrund der guten Entwicklung des Jagd- und Sportsschützenmarkts in Nordamerika. Die Divisionen Space, Aviation und Defence verzeichneten währungsbereinigt einen rückläufigen Umsatz. Zusätzlich erschwerend wirkten sich die Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter in Konfliktregionen aus.

Mit zivilen Anwendungen erwirtschaftete die RUAG 55% (60%) des Nettoumsatzes, mit militärischen Anwendungen 45% (40%). Die Verschiebung ist auf weniger Auslieferungen in der Geschäftsfliegerei und in der Raumfahrt zurückzuführen; diese werden im zweiten Halbjahr erfolgen. Der Umsatz des nach wie vor wichtigsten Einzelkunden VBS (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) ging mit 29% des Umsatzes (30%) erneut leicht zurück.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5.7% auf CHF 47 Mio. (CHF 50 Mio.). Im Verhältnis zum Betriebsertrag konnte die operative Gewinnmarge hingegen mit 5.6% (5.6%) stabil gehalten werden. Dieses Resultat ist wesentlich auf ein Ende 2014 gestartetes Konzernoptimierungsprogramm zurückzuführen, das aufgrund der Frankenstärke umgehend beschleunigt und erweitert wurde. Das Programm zielt primär auf Effizienzsteigerungen und Einkaufsoptimierungen ab. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit erhöhte die RUAG in der Schweiz bei besonders betroffenen Bereichen die Wochenarbeitszeit auf 43 Stunden. Währungseffekte von über CHF 10 Mio. konnten durch diese Massnahmen zu einem grossen Teil wettgemacht werden.

Insgesamt erzielte die RUAG 64% (62%) des Umsatzes im Ausland und 36% (38%) in der Schweiz. Den grössten Anteil ausserhalb der Schweiz verzeichnete die RUAG in Europa mit 45% (43%) und Nordamerika mit 13% (11%).

Der weltweite Personalbestand der RUAG verringerte sich um 1.3% auf 8062 (8167) Mitarbeitende.

Der Technologiekonzern erhöhte mit CHF 68 Mio. (CHF 63 Mio.) die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gegenüber der Vorjahresperiode um 7.9% des Nettoumsatzes.

Die Nettofinanzposition verbesserte sich um 85.5% stark auf CHF 120.3 Mio. (64.8 Mio.). Diese Zunahme war vor allem durch den guten Free Cash Flow im 2. Halbjahr 2014 geprägt.

Der negative Free Cash Flow von minus CHF 67 Mio. (minus CHF 95 Mio.) ist darauf zurückzuführen, dass in 2013 und 2014 erhaltene Anzahlungen schrittweise zur Erledigung der Kundenaufträge verwendet wurden.

Der Auftragseingang lag trotz Frankenstärke mit CHF 956 Mio. (CHF 964 Mio.) praktisch auf Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand ging vor allem aufgrund von Währungseffekten leicht um 4% zurück auf CHF 1435 Mio. (CHF 1499 Mio.). Im Auftragseingang und -bestand sind mehrjährige Rahmenverträge nur im Umfang von effektiv erfolgten Abrufbestellungen berücksichtigt.

Für das 2. Halbjahr 2015 bereitet die Exportsituation von Rüstungsgütern in den Nahen Osten Sorgen. Bei andauernden Beschränkungen werden RUAG Standorte in der Schweiz massgeblich betroffen sein. Wegen der unsicheren Situation in der Weltwirtschaft geht die RUAG für diesen Zeitraum bei einem konstant starken Franken von einer abgeschwächten Entwicklung bezüglich Nettoumsatz und Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr aus.

Ereignisse im ersten Halbjahr 2015

Januar 2015: Der internationale Technologiekonzern RUAG übernimmt die Glaser Handels AG, Winterthur, den führenden Engroshändler im Schweizer Markt für Jagd- und Sportwaffen, Munition sowie Zubehör.

Februar 2015: Rosebank Engineering Australien, die 2012 akquirierte Firma für  Werterhaltungs- und Instandhaltungsdienstleistungen an militärischen Flugzeugen, steigert ihren Umsatz und ist profitabel. Die Firma tritt neu unter der Marke RUAG auf und heisst RUAG Australia Pty Ltd.

März 2015RUAG unterzeichnet den Vertrag zur Entwicklung von Schutzsystemen für die Pandur-Flotten in Belgien und Österreich. 

RUAG erhält den Bayerischen Qualitätspreis 2015 im Flugzeugstrukturbau. Die RUAG ist eines von drei Industrieunternehmen, das vom Bayerischen Staatsministerium in zehn Bewertungskategorien ausgezeichnet wird. Die Kategorien umfassen unter anderem Qualitätsstrategie, Qualitätskosten, Qualität in Forschung und Entwicklung oder Qualität in der Produktion. 

Mai 2015RUAG erhöht in ausgewählten, mehrheitlich exportorientierten Bereichen die Arbeitszeit. Der internationale Technologiekonzern sieht sich infolge des starken Frankens mit einem Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Konkurrenten konfrontiert. Für rund 650 der etwa 4400 RUAG Mitarbeitenden in der Schweiz gilt ab dem 1. Mai 2015 eine Wochenarbeitszeit von 43 statt 40 Stunden. 

RUAG schliesst die Akquisition der finnischen Patria Space ab. Am 07. Mai unterzeichnen beide Unternehmen die finalen Transaktionsschritte. Damit werden Patrias Raumfahrtaktivitäten wie auch alle Mitarbeitenden von der neu gegründeten Firma RUAG Space Finnland übernommen. 

Juni 2015: RUAG gewinnt den JEC Innovation Award. Das Fachmagazin JEC Composites zeichnet RUAG mit einem JEC Innovation Award in der Kategorie „Equipment“ aus. RUAG erhält den Preis für die Entwicklung eines neuen Inserts, das automatisch in Composite-Paneelen für Satelliten platziert werden kann. 

Jubiläum für das Schweizer Raumfahrtunternehmen RUAG: Der Start einer Vega-Rakete wird der 250. Raketenflug mit einer Nutzlastverkleidung der RUAG.