• 18.11.2019
  • Space, Air, Land
  • Media release

Stellungnahme zum Artikel in der NZZ vom 18.11.2019

In der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 18. November 2019 ist ein kritischer Artikel rund um die Bereiche Do228, Business Aviation und Military Aviation (NH90) und die entsprechenden Devestitionstätigkeiten am Standort Oberpfaffenhofen (DE) erschienen. Es ist RUAG wichtig, folgende Sachverhalte klarzustellen:...

  • Der Bundesrat entschied am 15. März 2019 unter anderem, den international tätigen Teil von RUAG in einen Aerospace Konzern – mit dem Kern Flugzeugstrukturbau und Space – zu transformieren. Der Verwaltungsrat von RUAG wurde beauftragt, alle nicht zu diesen zwei Bereichen gehörenden Einheiten zu devestieren. Diese Entscheide betreffen auch die Geschäftsbereiche Do228, Business Aviation und Military Aviation am Standort Oberpfaffenhofen (nähe München). RUAG hat den Verkaufsprozess initiiert und steht mit Interessenten im Austausch. RUAG informiert zudem den Eigner seit je her regelmässig und transparent über den Stand der Geschäftstätigkeiten wie auch den Devestitionen. Der Titel der NZZ suggeriert Gegenteiliges.
  • Der Artikel zeichnet ein falsches Bild der Geschäftssituation in Oberpfaffenhofen. Sowohl der Geschäftsgang im Bereich Unterhalt für die Do228 wie auch für Inspektionsarbeiten am Helikopter NH90 sind positiv. Die Ergebnisse im Bereich Unterhalt für Business Jets haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Einzig die Herstellung neuer Do228 Maschinen zeigt einen negativen Geschäftsgang.
  • RUAG führt seit Abschluss der ersten NH90-Inspektion im Frühjahr 2019 laufend Inspektionen am NH90 durch und ist damit in kurzer Zeit in die Rolle OEM-unabhängigen und zuverlässigen Anbieters für NH90 MRO-Leistungen gewachsen. In den nächsten Jahren rechnet RUAG mit einer Verdoppelung der Aufträge diesbezüglich.
  • Insbesondere widerspricht RUAG der Behauptung, dass über Jahre hinweg überhöhte Rechnungen für den Unterhalt des Flugparks der Schweizer Luftwaffe ausgestellt wurden. Die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK hat keine Manipulationen bei den Buchungen festgestellt und bescheinigt RUAG vertragskonformes Verhalten.
  • RUAG widerspricht ausserdem den Aussagen, dass RUAG „mit chinesischen Investoren über einen Verkauf der Sparte verhandelte“ und „die Pläne waren veraltet“. Auch die Aussage, dass RUAG nicht auf „Gewinne aus dem kommerziellen Geschäft angewiesen“ ist, entbehrt jeder Grundlage.
  • Bei den Kostenschätzungen einer möglichen Geschäftsaufgabe bezieht sich die NZZ auf Dokumente aus dem Jahr 2015, also einen Zeitpunkt, noch bevor die Entflechtung entschieden wurde. RUAG hält zudem fest, dass es sich bei den genannten Beträgen um Schätzungen von Dritten handelt. Das Unternehmen hat öffentlich nie Angaben zu entsprechenden Szenarien oder Zahlen gemacht.
  • RUAG hat Ende 2013 mit Venezuela einen Vertrag über den Verkauf von zehn Do228 geschlossen. Dieser Vertrag ist weiterhin gültig und RUAG hält ihn strikt ein. Auf beiden Seiten wurden bis heute noch nicht alle Leistungen erbracht. RUAG steht im Austausch mit den venezolanischen Vertretern. Die EFK hat das Geschäft 2017 überprüft und keine vertraglich begründete Schuld – entgegen der Darstellung in den Medien – seitens RUAG festgestellt.